Der Ruhrpottologe unterwegs im Ruhrgebiet

Ruhrpottologe Andre Brune
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Die Fott kricht gleich Podcastkirmes #153

Woher kommt das Wort Fott oder Futt

02.11.2026 27 min Ruhrpottologe Andre Brune

Glück auf! In dieser Folge von geht es um ein Wort, das viele aus ihrer Familie kennen: Fott oder Futt. 

Woher kommt es, wo wird es gebraucht – und ist es überhaupt ein Ruhrpottwort?

Die Bedeutungen auseinanderhalten
„Die Fott“ oder „die Futt“ kann regional den Hintern, Po oder das Gesäß bezeichnen. Je nach Zusammenhang klingt das vertraut, scherzhaft oder derb.

Kleingeschrieben bedeutet „fott“ dagegen fort oder weg. Der Spruch auf dem Cover „Wat fott is is fott“ heißt also: Was weg ist, ist weg. Im Kölschen ist die Form „Wat fott es, es fott“ belegt.

Zur Wortfamilie gehört außerdem eine vulgäre Bezeichnung für das weibliche Geschlechtsteil. Welche Bedeutung verstanden wird und wie der Ausdruck wirkt, hängt vom Ort und vom Zusammenhang ab.

Woher kommt das Wort?
Der Duden führt „Fut“ auf mittelhochdeutsch „vut“ zurück. Die Geschichte dieser Wortfamilie reicht damit weit vor die industrielle Entwicklung des Ruhrgebiets zurück.

Für die Mundart im nordöstlichen Landkreis Dortmund liegt bereits 1907 ein entsprechender Hintern-Beleg vor. 

Der Sprachwissenschaftler Dietrich Hartmann dokumentiert im Jahr 2000 außerdem Ruhrgebietsbildungen wie Meckerfutt, Quatschfutt, Rappelfutt und Schnäbbelfutt.

Wo welche Formen vorkommen
  • Ruhrgebiet: Fott, Föttchen und Föttken.
  • Mülheim an der Ruhr: Futt und Füttsche für Hintern beziehungsweise Popo; daneben fott für fort.
  • Köln: Fott, Fött und Föttche.
  • Münsterland: Futt für Gesäß beziehungsweise Hintern.
  • Weitere niederdeutsche Dialekte: Fott ist mit unterschiedlichen Körperteilbedeutungen dokumentiert.
  • Österreich: Das wissenschaftliche Dialektwörterbuch verzeichnet die derbe Genitalbedeutung und regional auch die Hinternbedeutung, etwa in Teilen Nordtirols, in Osttirol und im Mühlviertel.
Eine einfache Bedeutungsgrenze zwischen den Schreibweisen mit o und u lässt sich daraus nicht ableiten. Föttchen, Föttken und Füttsche sind Verkleinerungsformen und sollten nicht pauschal als Mehrzahl behandelt werden.

Redewendungen und verwandte Wörter
  • „Wat fott es, es fott“: Was weg ist, ist weg.
  • „Demm jeit de Fott op Grundeis“: Die betreffende Person hat Angst.
  • Träntelfott: eine träge oder trödelnde Person.
  • Entefott: Entenhintern; auch für etwas, das sich ständig bewegt.
  • Stippeföttche: ein Tanz der Kölner Funkengarden, bei dem die Hinterteile eine sichtbare Rolle spielen.
Ruhrpottwort oder kein Ruhrpottwort?
Fott und Futt werden je nach Region als Wort benutzt ohne drüber nachzudenken. Aber ursprünglich kommt es natürlich eben woanders her, ist sogar sehr alt und wird in vielen deutschsprachigen Räumen ausgesprochen, sowie in Österreich.

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